Psychotherapie bei Mobbing

Eine junge Frau, erschöpft, gemobbt. Eine unterstützende Psychotherapie bei Mobbing durch einen qualifizierten Psychotherapeuten ist nötig.

Mobbing ist ein zunehmendes Problem in einer von Leistungsdruck und Konkurrenz geprägten Arbeitswelt. Mobbing-Betroffene werden gekündigt oder sind durch lange Quälereien am Arbeitsplatz arbeitsunfähig geworden. Viele der Betroffenen werden sogar dauerhaft seelisch und körperlich krank. Aus diesem Grund ist eine begleitende Psychotherapie bei Mobbing empfohlen - denn so können Betroffene professionell unterstützt werden und nur durch eine Psychotherapie bei Mobbing kann bleibenden psychischen Schäden wirksam vorgebeugt werden.

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Was ist Mobbing?

Der Begriff "mobbing" leitet sich aus dem englischen Substantiv "mob" ab, auf Deutsch: Meute, Pöbel, Rotte. Kennzeichnend für Mobbing sind im Unterschied zu "normalen" Konflikten oder Streitereien:

  • ungleiche Machtstrukturen in hierarchischer oder faktischer Hinsicht (z.B.: Vorgesetzte gegen Mitarbeiter und/oder viele gegen einen),
  • eine Systematik von Schikanen und
  • eine gewisse Häufigkeit und Dauer der Handlungen.

Das Ziel ist die Isolation und schließlich der Ausschluss der gemobbten Person. Für die häufige Situation des Mobbings von oben nach unten wird auch der Begriff "Bossing" verwendet, die nicht so häufige Form des Mobbings von unten nach oben wird auch "Staffing" genannt.

Was sind die Ursachen von Mobbing?

Die Ursachen von Mobbing können in zwei Gruppen unterteilt werden:

1. Strukturelle Ursachen (die in der Organisations- und Arbeitsplatzstruktur zu suchen sind) z.B.:

  • Arbeitsplatzunsicherheit
  • Schlechte Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung
  • Wirtschaftliche Probleme des Unternehmens
  • Unklare Kompetenzverteilung
  • Unklare Betriebshierarchie
  • Über- oder Unterforderung der ArbeitnehmerInnen

2. Personenbezogene Ursachen (die in der Persönlichkeit der am Mobbing beteiligten Personen zu suchen sind) z.B.:

  • Mangelnde Führungskompetenz (autoritärer Führungsstil, Führungsschwäche, etc.)
  • Konkurrenzkampf
  • Neid
  • Persönliche Antipathie

Mobbing ist ein prozesshafter Verlauf, der sich nach dem Arbeitspsychologen Heinz Leymann in ein Verlaufsmodell mit vier Phasen gliedern lässt:

  1. Entstehung eines Konflikt
  2. Beginnender Psychoterror
  3. Erste arbeitsrechtliche Maßnahmen
  4. Das Arbeitsverhältnis wird zwangsweise beendet

Wer sind die Betroffenen?

Grundsätzlich sind alle, die am Arbeitsplatz miteinander in Kontakt stehen, am Mobbinggeschehen beteiligt. Wer zusieht, beteiligt sich indirekt.

Das "typische Mobbingopfer" gibt es nicht. Allerdings kann längeres Mobbinggeschehen tatsächlich dazu führen, dass Betroffene sich "auffällig" verhalten. Hier dürfen aber Ursache und Wirkung nicht verwechselt werden. Denn das nun erkennbare Verhalten ist nicht als Ursache, sondern als Folge des dauernden psychischen Drucks, der Ausgrenzung und Isolation zu sehen, denen Betroffene ausgesetzt waren bzw. sind. Das Mobbing-Opfer wird stigmatisiert, die Kollegen ziehen sich zurück, man wird isoliert, das Verhalten ändert sich. Man macht Fehler, wird unkonzentrierter. Es ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung - am Anfang wird es nur behauptet, dann tritt es ein. Man merkt, die Kollegen verhalten sich eigenartig und man wird unsicher.

Es gibt heute leider noch immer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Biographie oder in der Persönlichkeitsstruktur des Patienten nach den Ursachen des Mobbings suchen, was von den Betroffenen dann zurecht als Opferbeschuldigung erlebt wird.

Bei der Erkrankung der vom Mobbing betroffenen Person handelt es sich allerdings nicht um eine neurotische Störung, deren Ursache in der Biographie zu suchen ist. Auch die mangelnde Abwehrfähigkeit von Psychoterror stellt keine neurotische Störung dar, denn kein psychisch normal entwickelter Mensch dürfte in der Kindheit Reaktionsmuster entwickelt haben, wie es als Opfer Psychoterror oder andere Übergriffe adäquat abwehren kann.

Als Mobbingopfer werden vielfach Personen ausgewählt, die sich irgendwie vom Gros der Gruppe unterscheiden, also in irgendeiner Form anders sind. Das Suchen nach den Ursachen von Mobbing in der Persönlichkeit der Betroffenen kann somit durchaus mit dem Versuch verglichen werden, die Ursachen von Rassismus bei den Opfern rassistischer Übergriffe zu finden oder auch mit der Beschuldigung von Vergewaltigungsopfern.

Für Mobbing-Betroffene ist es deshalb von großer Wichtigkeit für die eigene körperliche und geistige Gesundheit, sich nicht darauf einzulassen, die Schuld für Mobbing bei sich selbst zu suchen, sondern sich bewusst zu machen, dass es sich bei Mobbing um eine Form von pervers-destruktiver Kommunikation handelt, die von einer oder mehreren gestörten Persönlichkeit/en ausgeht. Und: Mobbing kann krank machen. Darum kann eine Psychotherapie bei Mobbing durch einen mit der Thematik vertrauten Psychotherapeuten die Betroffenen wirksam unterstützen.

Wer sind die Täter?

Das Motiv der Mobber ist in erster Linie Angst. Mobber fühlen sich innerlich dem Opfer unterlegen. Wird auf gleicher Ebene gemobbt, geht es oft darum, besser zu sein als der Andere (z.B. den Posten zu kriegen) oder um gestörtes Selbstwertgefühl. Schon die bloße Existenz des Mobbing-Opfers kann für den Täter eine massive narzisstische Kränkung bedeuten, denn Mobber haben ein stark gestörtes Selbstwertgefühl. Sie sind nur in der Gruppe stark und agieren im Verborgenen, weil es um Projektionen aufgrund starker Neidgefühle geht. Deshalb wird auch das "Licht der Wahrheit" (z.B. klärende Gespräche in professionellen Settings) gescheut.

Zunächst geht dem Mobbing immer ein Konflikt zwischen zwei Personen, A und B voraus, wobei sich B unterlegen fühlt, und sich C, D, E und F ins Boot holt. Nun sind sie gemeinsam stärker und es kommt zum "klassischen" Mobbing. Andere sind froh, selbst nicht betroffen zu sein, sehen weg - und werden somit zu Mittätern. An Mobbing ist bemerkenswert, dass sich Mobber im Recht fühlen. Und wenn es nicht mehr anders geht, dann lügen sie - auch vor Gericht.

Wenn ein Mobber schließlich behauptet, selbst das Mobbing-Opfer zu sein und das Opfer zum Täter machen will, lässt sich dies aber problemlos widerlegen. Mobber suchen keine Therapeuten auf, da sie bei fehlender Einsicht in ihre Störung kein Krankheitsgefühl und keinen Leidensdruck aufweisen. Auch im Nachhinein (z.B. vor dem Arbeitsgericht) wird von Mobbern oft versucht, Betroffene zu Tätern zu machen.

Was kann man gegen Mobbing tun?

Es ist sehr anstrengend, sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zur Wehr zu setzen. Es ist oft einfacher, zu gehen und das zu tun, was auch viele Therapeuten empfehlen: "Vergessen Sie das Ganze, machen Sie die Tür hinter sich zu, gehen Sie." Mobbing ist kaum zu beweisen. Vor Gericht steht Aussage gegen Aussage - abgesehen davon, dass ein Gerichtsprozess den Betroffenen oft sehr viel Energie kostet. Mobbing stigmatisiert. Hat es der Mobber oder die Mobberin geschafft, eine ganze Gruppe von Menschen gegen einen aufzubringen, überlegt man sich zwangsläufig: Irgendwas muss schon dran sein. Vereinbaren Sie deshalb auf jeden Fall einen Termin bei einem Psychotherapeuten, der mit dem Thema Mobbing vertraut ist, um durch eine Psychotherapie bei Mobbing die gesundheitlichen und sozialen Folgen so gut wie möglich einzudämmen. 

So schwer es auch ist: Grübeln Sie nicht, beschäftigen Sie sich stattdessen mit gedanklichen Inhalten, die Ihnen gut tun. Lernen Sie auch, sich bewusst zu entspannen.

Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen oder Freunden nicht ständig über dieses Thema, sondern suchen Sie sich stattdessen professionelle psychotherapeutische Hilfe.

Dass Sie gemobbt werden oder wurden - es ist nicht Ihre Schuld. Der Versuch der Mobber, den Betroffenen die Schuld am Mobbing anzuhängen, ist fester Bestandteil dieses perversen Prozesses.

Befreien Sie sich von diesem belastenden Thema und dem schädlichen Umgang, der Ihnen, Ihrer Gesundheit und Ihren für Sie wertvollen familiären und sozialen Beziehungen nicht gut tut.

Sie haben etwas Besseres verdient, als Ihre Lebenszeit mit Gedanken an Machenschaften von perversen Sadisten zu verschwenden. So schwer es auch fallen mag: Lenken  Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die angenehmen Seiten des Lebens.

Vielleicht motiviert Sie der Gedanke, dass es genau das ist, was Mobber nicht wollen: dass Sie trotz allem Ihr Leben genießen oder es wieder genießen lernen.

Hier können Sie einen kostenfreien ersten Termin bei mir in der Hypnose-Psychotherapie-Praxis vereinbaren.

 

Literatur:

Bämayr, Argeo (2012). Das Mobbingsyndrom - Diagnostik, Therapie und Begutachtung im Kontext zur in Deutschland ubiquitär praktizierten psychischen Gewalt. Bochum: Europäischer Universitätsverlag.

Hirigoyen, Marie-France (2002). Die Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann. München: dtv.

Leymann, Heinz (2013). Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann. Reinbek: Rowohlt.