Zeiträuber und das Aufgeben von Nicht-Funktionierendem

Manchmal ist es ein Verlust, etwas zu gewinnen, manchmal ist es ein Gewinn, etwas zu verlieren. (chinesisches Sprichwort) 

Zeiträuber

...sind überall zu finden. Doch was genau sind Zeiträuber? Es handelt sich dabei um Angelegenheiten bzw. Tätigkeiten oder Beziehungen, die sich als Zeitverschwendung, als verlorene Lebenszeit herausstellen. Es folgen einige Beispiele.

Arbeit - Lebenszeit - Zeitverschwendung

So kann es zum Beispiel sein, dass man in der Arbeitswelt oder in einem anderen Kontext Zeit in etwas investiert, aus dem sich für einen selbst kein wirklicher Nutzen ergibt, oft handelt es sich sogar um Dinge, die für einen selbst sogar von Nachteil und schädlich sind. Hierher gehörten Jobs oder Ausbildungen, in denen man auf irgendeine Art und Weise benutzt oder missbraucht wird. Der einzige Weg, dies zu vermeiden, ist eine gute (Berufs-) Bildung, kombiniert mit einem klaren Blick für wesentliche Zusammenhänge (wie zum Beispiel, ob man mit dem Beruf, für den man sich entschieden hat, eine Familie ernähren kann). 

Liegt in der Biographie eine Missbrauchserfahrung vor, so kann es sein, dass sich diese in anderen Kontexten auf eine abgewandelte Art und Weise wiederholt. Unbewusst wird die vertraute Rolle eingenommen, und unbewusst spüren dann besonders Menschen, denen Charaktereigenschaften der sogenannten „dunklen Triage“ (Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie) eigen sind, dass man sich für ihre Anliegen leicht benutzen und missbrauchen lässt und sich so Lebenszeit stehlen lässt.

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Manchmal ist aber auch die Struktur eines Systems (z.B. einer Firma oder einer Organisation) dergestalt, dass es für eine bestimmte Position innerhalb des Systems immer wieder einen neuen „Watschenmann“ braucht, der auf seiner Position alle Negativität auffängt, bis er nach einer gewissen Phase, die oft bis zum physischen / psychischen Zusammenbruch des Betroffenen gehen kann, vom System ausgeschieden wird.

Meist hat die beschriebene Dynamik mit mangelhafter (Führungs-) Kompetenz der verantwortlichen Vorgesetzten zu tun, oft ist der Vorgesetzte aber einfach nur machtlos, diese Dynamik zu verändern, da das System keine konstruktiven Lösungsmöglichkeiten zulässt.

Alles in allem wird in diesen Szenarien den betroffenen Menschen Zeit gestohlen und oft haben die Betroffenen auch keine Ahnung, wie ihnen geschieht und sie haben auch gar keine Alternative, als sich benutzen lassen zu müssen. Zumindest glauben das viele Menschen, die sich in so einer Position befinden.

Oft wird den Betroffenen z.B. von Vorgesetzten eingeredet (suggeriert), dass es „eh überall“ so sei, wenn nicht gar noch „viel, viel schlimmer“. Dies ähnelt auch der Kommunikation in Sekten, in welcher die Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzogen werden und es nicht mehr schaffen, das System, in dem sie dann gefangen sind, auf rationale Weise zu hinterfragen, geschweige denn, sich von den „Wahrheiten“, an die sie zu glauben konditioniert wurden, zu lösen. Besonders in diesem Fall kann eine unterstützende Psychotherapie, die wieder zu einem freien, selbstbestimmten Leben führen kann, helfen.

Wie lange kann man Intoleranz tolerieren?

Blickt man in der gegenwärtigen Gesellschaft um sich, so kann man immer mehr traurige Gestalten erkennen, die ihre Freiheit und ihre Menschlichkeit weggeworfen haben (oder dazu gezwungen wurden), um unfrei als Marionetten totalitärer Ideologien ein erbärmliches Dasein zu fristen, ein Leben voller irrationaler Verbote und Gebote, voller Dummheit und Gewalt. Auch diese Ideologien stehlen Menschen ihre Freiheit und ihre Lebenszeit. Sie sind besonders gefährliche Zeiträuber.

Staaten, in denen solche autoritären und intelligenzfeindlichen Ideologien das Leben ihrer Untertanen bestimmen, sind Beispiele dafür, was geschehen wird, wenn man diesen Ideologien aus falscher Toleranz heraus Raum gibt. Es ist nicht möglich, Intoleranz zu tolerieren und gleichzeitig zu erwarten, dass „eh irgendwie“ alles gutgehen wird. 

„Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ (Sir Karl Raimund Popper)

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Es ist auch nicht möglich, antidemokratische Ideologien in Demokratien zu „integrieren“, und was Appeasement-Politik bringt, das lässt sich in der Geschichte des 20. Jahrhunderts nachlesen. 

Faschistische Strömungen, die die Menschen in „wertvoll“ und „wertlos“ unterteilen bzw. spalten und deren Angehörige diese von ihnen und ihrer Ideologie ausgehende Spaltung auf andere projizieren und sich in eine Opferrolle begeben, von der aus dann noch ständig gefordert wird, diese Ideologie gesellschaftlich zu thematisieren, sind Sammelbecken für Individuen, die eigentlich benutzt und für diese Ideologien missbraucht werden. 

Ihre Individualität, ihre persönliche Freiheit, ihr Menschsein und oft auch das Mitgefühl mit von der Ideologie als Außenstehende markierten Menschen wurde diesen Individuen ausgetrieben. Als traurige, uniforme Gestalten sind sie dazu gezwungen, in ihren Gedankengefängnissen ein unfreies Leben zu führen.

Selbstbestimmung und Freiheit, besonders die Freiheit der Gedanken, sind hohe Güter - und dennoch werfen Menschen diese Freiheiten weg, um ihre Seelen zu „verkaufen“. Das Bedürfnis nach DazugeHörigkeit, Macht, Anerkennung, oder einfach nur der Wunsch nach Stabilität und „Ordnung“ bringen Menschen, die dafür empfänglich sind, dazu, ihren Verstand „abzugeben“, um sich Ideologien anzuschließen, in denen das allzu kompliziert gewordene Dasein in einer hochkomplexen Gesellschaft keine Rolle mehr spielt. Dafür gibt es dann klare Regeln und ein struktur- und sinnstiftendes Umfeld. 

Dass die „Wahrheiten“ dieser Ideologien rational nicht nachvollziehbar sind, ist mit ein Grund für die autoritäre und gewalttätige Haltung, die innerhalb dieser Ideologien vorherrschend ist - denn es gibt keinen anderen Weg, berechtigte Kritik an irrationalen Systemen, die einen Herrschaftsanspruch anmelden, zu unterdrücken, als den der Gewalt. 

Theorienarzissmus

So hat auch zum Beispiel Sigmund Freud keine Kritik an seinem Denksystem (der Freud‘schen Psychoanalyse) zugelassen, das er in autoritärer Weise quasi als Alleinherrscher errichtet hat. Es verwundert nicht, denn die Psychoanalyse von Sigmund Freud ist zum Großteil ein Gedankenmodell ihres Begründers, um sein eigenes Leben besser verstehen zu können, es handelt sich also um Freuds Theorie über sein eigenes Leben (vgl. Onfray 2010), das von ihm in einer wissenschaftlich unzulässigen Weise zu einem Modell über die menschliche Psyche an sich verallgemeinert wurde (vgl. Keuth, 2013).

Auch dieses Gedankensystem ist dazu in der Lage, Menschen in eine Unfreiheit zu versetzen, aus der ein Entkommen schwer möglich ist - und Sigmund Freud machte es auch vor, was geschieht, wenn man sich seine eigenen Gedanken macht: man wird aus dem System ausgeschlossen - wie zum Beispiel seine „Schüler“ Alfred Adler, Carl Gustav Jung und Wilhelm Reich. Oft wird in der Literatur dafür der Begriff „Exkommunikation“ verwendet, was den quasi-religiösen und irrational-sektenhaften Charakter des Freud‘schen Systems unterstreichen soll. Doch die Psychoanalyse hat sich nach Freuds Tod wesentlich weiterentwickelt und geändert.

Jemand, der seine Ketten sprengt. Auf dem Weg zu mehr persönlicher Freiheit unterstützt Sie Psychotherapeut Mag. Artur Moser, der in 1170 Wien seine Hypnosepraxis hat.

Es ist auch der freie Wille, der uns zu menschlichen Individuen macht. Die Entscheidung, Zeiträuber erkennen zu wollen und diese aus dem eigenen Leben zu verbannen, kann ein schwieriger Prozess sein. Unabdingbare Voraussetzung für diese Identifizierung und Loslösung ist die Fähigkeit zum klaren Denken, die Fähigkeit, sein Verstandeswerkzeug angemessen benutzen zu können, um sich mit seiner Hilfe von Abhängigkeiten befreien zu können, in denen man ausgebeutet, missbraucht oder benutzt wird. Eine diese Befreiung unterstützende Psychotherapie kann hier helfen.

Literatur:

Keuth, Herbert (Hg.)(2013). Karl Popper: Logik der Forschung. Berlin: Akademie Verlag.

Onfray, Michel (2010). Anti Freud. Die Psychoanalyse wird entzaubert. München: Knaus.